Die BZ berichtet über unseren Nachwuchs-Schiedsrichter Till Kiefer
Die Borkener Zeitung berichtet über den 17-jährigen Nachwuchs-Schiedsrichter Till Kiefer und seinen Weg an der Pfeife.
Der Weg des erst 17-jährigen Unparteiischen Till Kiefer soll nicht in der Bezirksliga enden – Junger Rekener mit Leidenschaft und Ehrgeiz an der Pfeife
REKEN. Nicht jeder ist stets mit ihren Entscheidungen einverstanden, gerne wird über sie gemeckert, ungewollt stehen sie mitunter im Mittelpunkt. Dabei wollen sie doch nur pfeifen und den Job erfüllen, ohne den es im Fußball nicht funktioniert: die Schiedsrichter. Einer, der viel Spaß daran hat, Entscheidungen zu fällen und zu vertreten, ist Till Kiefer. Er pfeift für den SC Reken Partien bis zur Bezirksliga. „Ich mag es, Entscheidungen zu treffen und voll dahinter zu stehen", sagt der 17-Jährige.
Mit 14 Jahren hat er den Schiedsrichterschein erworben. Er wollte es besser machen. „Ich bin unter anderem durch einige Entscheidungen, mit denen ich nicht zufrieden war, zur Schiedsrichterei gekommen", erklärt Kiefer. Dass sein Vater Heiko als Schiri aktiv ist, habe auch eine Rolle gespielt – „und das Verlangen, mal der Chef auf dem Platz zu sein."
Obwohl seine Entscheidungen ihn oft in den Mittelpunkt rücken, ist ihm vor allem dies wichtig: die Freude. „Ich hatte von Anfang an viel Spaß am Pfeifen und bin deswegen auch dabeigeblieben." Mittlerweile ist er zwei bis dreimal die Woche im Einsatz. „Unter der Woche und am Samstag leite ich meistens Jugendspiele, bevor dann sonntags die Seniorenspiele anstehen."
An einige Begegnungen erinnert sich der Schüler besonders gerne. Natürlich vor allem an seine Premiere an der Pfeife bei den Senioren – SV Lippramsdorf II gegen den SuS Polsum II. „Nach dem Spiel kam ein Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses zu mir und sagte, dass man mein breites Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen hätte. Genauso habe ich mich auch gefühlt. Ich hatte super viel Spaß bei der Partie", sagt Till Kiefer. Auch an sein Debüt in der Bezirksliga denkt er gerne zurück. Im Süden Münsters, im vergangenen Jahr, am 22. November, Wacker Mecklenbeck gegen den SV Büren.
Froh ist er darüber, dass er bisher noch keine Erfahrungen mit Gewalt machen musste. Er sagt: „Klar waren auch mal hitzige Spiele dabei. Aber ich war noch nie so weit, dass ich über einen Spielabbruch oder ähnliches nachdenken musste. Ich hoffe, dass das auch so bleibt." Besonders bei Jugendspielen ärgert er sich aber über so manchen Zuschauer, auch Eltern. „Viele provozieren da vom Seitenrand, bringen unnötig Stimmung rein, was bis dahin eigentlich ruhige Spiele unnötig aufheizt."
Für seine Karriere als Referee hat er sich ein klares Ziel gesteckt. „Ich möchte es gerne bis in die Oberliga schaffen, weil das fußballerische Niveau da schon sehr ordentlich ist und die Spiele auch schon in kleinen Stadien stattfinden", sagt Kiefer. Ob ihm der Sprung dorthin als Schiedsrichter oder Schiedsrichter-Assistent gelingt – das sei für ihn allerdings eher zweitrangig.
Er hat es bereits nach ganz oben geschafft: Der Ramsdorfer Sören Storks leitete am Samstag schon seine 106. Bundesliga-Partie und glich damit seine Einsatzbilanz in der 1. und 2. Bundesliga aus. „Er hatte die Partie unaufgeregt im Griff", urteilte der „Kicker" über den 38-Jährigen und gab ihm für seine Leistung im Spiel des 1. FC Heidenheims gegen Borussia Mönchengladbach die Note 3. Auch seine erste reguläre Ansetzung als Schiri im Bundesliga-Oberhaus war übrigens mit Gladbacher Beteiligung: am 19. September 2017 gegen den VfB Stuttgart.